Foto Zahnbürste

Patient

Notwendigen Zahnarztbesuch nicht aufschieben – Hohe Hygienestandards sorgen für Sicherheit der Patienten

2020 05 05 PM KZV Kammer 8776A

Zahnärztliche Behandlung zu Coronazeiten - in Deutschland auf jeden Fall!

Pressemitteilung KZVLB und LZÄKB vom 14. August 2020

Die Landeszahnärztekammer (LZÄKB) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Land Brandenburg (KZVLB) widersprechen Pressemeldungen, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen hätte, grundsätzlich auf Zahnarztbesuche, die der Vorsorge dienen, zu verzichten. Gegenüber der Bundeszahnärztekammer hat die WHO bereits ausgeführt, dass diese Empfehlung nicht für Deutschland zutreffe. Es handelte sich ganz offensichtlich um einen Übersetzungsfehler.

Der Rat der WHO zu dieser Vorsichtsmaßnahme war, so der Vorsitzende des Vorstandes der KZVLB, Dr. Eberhard Steglich, als eine globale Empfehlung zu verstehen. Man könne das Infektionsgeschehen in den am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder, wie den USA oder Brasilien, keinesfalls mit der Situation in Deutschland mit seiner niedrigen Infektionslage vergleichen.

„Aufgrund der ohnehin hohen Hygienestandards besteht bei einer zahnärztlichen Behandlung kein erhöhtes Infektionsrisiko“, erläutert Jürgen Herbert, Präsident der Landeszahnärztekammer Brandenburg. „Infektionsschutz ist seit jeher in allen Zahnarztpraxen täglich gelebte Vorsorge.“ Deshalb müssten sich hierzulande Patienten beim Zahnarztbesuch keine Sorgen um ihre Gesundheit machen.

Eine gesunde Mundhöhle sei hingegen wichtig, um Infektionskrankheiten zu vermeiden. Covid-Viren werden über die Mundhöhle mit übertragen. Deswegen sind auch Behandlungen zur Reduktion des Parodontitisriskos wichtig.

Eine bundesweite Abfrage der Bundeszahnärztekammer ergab, dass es nicht einen belastbaren Fall gab, bei dem Zahnarzt und Patient sich gegenseitig angesteckt hätten.

Beide Körperschaften appellieren an alle Patienten, keinesfalls Termine wegen der Corona-Pandemie aufzuschieben und ihre Zahngesundheit aufs Spiel zu setzen.

... zurück nach oben

Empfiehlt die WHO wirklich die Verschiebung nicht dringender Zahnbehandlungen für alle Länder gleichermaßen?

Berlin, 12. August 2020 – Die heute Nacht über eine französische Nachrichtenagentur verbreitete Information, die WHO empfehle, jetzt nicht dringende Zahnbehandlungen zu verschieben, um „einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorzubeugen“, ist nicht für alle Länder und alle Infektionslagen weltweit gemeint und basiert auf einer Übersetzung- und Interpretationsungenauigkeit, stellt die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) fest.

Es ist eine globale Empfehlung, die speziell für die Situation in Deutschland interpretiert werden muss.

Die aktuelle Ausbreitungssituation von Covid-19 in Brasilien, den USA oder afrikanischen Staaten ist eben nicht mit Deutschland vergleichbar. In derartigen Infektionslagen rät die WHO in ihrer Originalpublikation, zahnmedizinische Vorsorge-Behandlungen so lange zu verschieben, bis eine ausreichende Reduktion der Übertragungsraten stattgefunden hat - oder gemäß den offiziellen gesundheitspolitischen Empfehlungen auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene zu verfahren. Darin unterscheiden sich die Empfehlungen mit denen der BZÄK nicht.

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel: „In Deutschland haben wir die Infektionsrate aktuell immer noch niedrig, vor allem im Vergleich zu anderen Staaten. Zudem haben wir eigene offizielle nationale Empfehlungen für die Gesundheitsversorgung. Entscheidend sind jedoch auch die hiesigen strengen Hygienevorschriften und die moderne Praxisausstattung: die deutsche Zahnmedizin ist im Bereich Hygiene hervorragend aufgestellt“.

Das zahnärztliche Behandlungsteam unterliegt in Deutschland generell besonders strengen Hygienevorschriften, die zu einem entsprechend hohen Schutzniveau in den Praxen beitragen. Die Vorschriften betreffen jede Praxis, jeden Zahnarzt, jeden Mitarbeiter gleichermaßen. Die Vorgaben für Zahnarztpraxen sind im Hygieneplan und Hygieneleitfaden sowie den Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKI „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“ festgehalten. Das trägt zu einem entsprechend hohen Schutzniveau in den Praxen bei.

Eine wissenschaftliche Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hatte die Hygienekosten in Zahnarztpraxen vor Ausbruch von Sars-CoV-2 analysiert: Die Gesamthygienekosten in Zahnarztpraxen in Deutschland betrugen bereits 2016 im Durchschnitt rund 70.000 Euro (das Zehnfache einer Hausarztpraxis 2016).
Zum Gesundheitsschutz von Patienten und Mitarbeitern wurden in den (Zahnarzt)Praxen die Vorkehrungen 2020 überall weiter aufgestockt, um einer Übertragung mit SARS-CoV-2 vorzubeugen.

Erkenntnisse aus Wuhan (China), Italien, Südkorea, aber auch bisher vorliegende Berichte aus Deutschland zeigen derzeit, dass die Zahnmedizin weder Infektionen weiterverbreitet, noch ein erhöhtes Risiko für Infektionen für Patienten, Behandler und Team besteht, wenn diese ihre persönliche Standard-Schutzausrüstung wie gewohnt korrekt nutzen.

Die generell strengeren Hygienevorschriften in der Zahnmedizin im Vergleich zu anderen Gesundheitsberufen tragen offensichtlich sehr zu einem entsprechend hohen Schutzniveau in den Praxen bei.

Engel: „Es ist schwierig für 193 unterschiedliche Staaten auf der Welt mit sehr ungleichen Gesundheits- und Politiksystemen pauschale Empfehlungen abzugeben. Ein differenziertes Vorgehen und Vorsicht hingegen sind hilfreich, ebenso wie hohe Hygienestandards.“

Die BZÄK kommt ihrer Verantwortung nach und beobachtet über eine Meldungsmöglichkeit bei Infektionen für zahnärztliche Praxen das dortige Infektionsgeschehen. Darauf basierend werden ihre auf RKI-Vorgaben bestehenden Empfehlungen ständig aktualisiert.

 ... zurück nach oben

Pressemitteilung

der Landeszahnärztekammer Brandenburg und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg

vom 5. Mai 2020

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Land Brandenburg (KZVLB) und die Landeszahnärztekammer Brandenburg (LZÄKB) sehen keine Gründe mehr, aufgrund der Corona-Pandemie einen medizinisch notwendigen Zahnarztbesuch weiterhin aufzuschieben.

Nehmen Sie bitte Ihren routinemäßigen Besuch beim Zahnarzt wahr, Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch werden es Ihnen danken. Denken Sie auch daran, dass, sofern notwendige Behandlungen oder regelmäßige Präventionsmaßnahmen unterbleiben, nicht nur folgenschwere Zahnschäden auftreten können, sondern auch Herzkreislauf-, Nieren- und Lungenerkrankungen sowie Diabetes unmittelbar negativ beeinflusst werden können. Wer über einen längeren Zeitraum nicht zum Zahnarzt geht, riskiert, dass sich sein Gebisszustand verschlechtert.

Gesund im Mund – das stärkt Ihr Immunsystem.

„Mit all diesen Maßnahmen gewährleisten wir in Brandenburg eine sichere zahnärztliche Behandlung“, so der Kammerpräsident Jürgen Herbert und der Vorsitzende des Vorstandes der KZVLB, Dr. Eberhard Steglich.

KZVLB und LZÄKB weisen darauf hin, dass Patienten alle notwendigen Behandlungen durchführen lassen können, ohne Angst vor einer Corona-Infektion zu haben. Gerade in Zahnarztpraxen besteht kein erhöhtes Ansteckungsrisiko, denn Zahnärzte sind Experten in Sachen Hygiene und Patientenschutz:

  • Zahnärzte arbeiten seit jeher mit sehr hohen Hygienestandards. Infektionsschutz ist in allen Zahnarztpraxen täglich gelebte Vorsorge.
  • Jede Praxis verfügt über Sterilisationsgeräte für die Aufbereitung der verwendeten Instrumente. Der Arbeitsbereich wird nach jeder Behandlung gründlich desinfiziert, mit Desinfektionsmitteln, die auch das Corona-Virus abtöten.
  • Die Einhaltung der entsprechenden Vorgaben des Robert-Koch-Instituts, der LZÄKB und der KZVLB wird durch die Aufsichtsbehörden sowie die zahnärztlichen Körperschaften selbst überwacht und ist Teil des Qualitätsmanagements in jeder Zahnarztpraxis.
  • Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz schließt die Weitergabe des Corona-Virus an den Patienten wirksam aus. Kein Patient muss befürchten, dass er sich beim Zahnarzt mit Corona infiziert.
  • Die Zahnarztpraxen achten darauf, dass die Wartezeit der Patienten so kurz wie möglich ist und im Wartezimmer besteht ein ausreichender Sicherheitsabstand.
Foto: 4iMEDIA/LZÄKB

... zurück nach oben