Foto Zahnärztin
Dezentrale Fortbildung
Risikofaktoren in der Implantologie, Diagnose und Therapie periimplantärer Infektionen
Referent Dr.med. Michael Stiller
Inhalte Risikofaktoren in der Implantologie, Diagnose und Therapie periimplantärer Infektionen

Trotz großer Fortschritte bei der Weiterentwicklung chirurgischer Techniken und Etablierung neuer prothetischer Verfahren sind in Anbetracht steigender Implantatzahlen immer häufiger Behandlungsfälle zu beobachten, bei denen es nicht gelungen ist, den funktionellen und ästhetischen Ansprüchen sowohl der Patienten als auch der Behandler zu genügen. Die Gründe für diese Entwicklung sind mannigfaltig, liegen jedoch hauptsächlich in der Tatsache begründet, dass technische Interventionen in biologische Systeme bei Überschreiten der individuellen Toleranzgrenze pathologisch-klinische Reaktionen hervorrufen, die nicht mehr vorhersehbar und/oder auch nicht mehr steuerbar sind.

Die zahnärztliche Implantologie ist geradezu ein Modellfall dafür, unter welchen komplizierten Rahmenbedingungen sich biologische Systeme stabil verhalten oder auch kippen können. Die Periimplantitis und deren Folgen sind daher nur als Endpunkte einer Kette von physiologischen Reaktionen des Organismus zu betrachten, deren Ursachen bis jetzt nur ungenügend synoptisch erforscht sind bzw. werden.

Ziel der Präsentation zum einen ist es, ausgehend von den aktuellen Stellungnahmen nationaler Gesellschaften wie der DGI und DGZMK sowie internationaler Konsensuskonferenzen einen systematischen Überblick über die Risikofaktoren der Entwicklung periimplantärer Infektionen zu geben. Des Weiteren werden Risikofaktoren aus morphologisch- anatomischer Sicht formuliert, die neben der Erfassung allgemeinmedizinischer Zusammenhänge den Schlüssel für eine effektive Infektions-Vermeidungsstrategie darstellen. Insbesondere skelettal-morphologische Risikofaktoren werden in der verfügbaren Literatur nur ungenügend gewürdigt, die Studienlage ist zurzeit praktisch leer, aus Sicht des Autors jedoch unabdingbarer Bestandteil der Kausalkette.

Basierend auf biologischen Reaktionsweisen der intraoralen Hart- und Weichgewebe sowie den morphologischen Voraussetzungen für eine hinreichende periimplantäre Geweberegeneration werden im Hauptteil des Seminars Therapiestrategien präsentiert, die der Reduktion periimplantärer Infektionen dienen. Ob dann eine restitutio ad integrum oder eine restitutio cum defectum erreicht werden kann, hängt entscheidend von der Äthiologie des infektiösen Geschehens und den morphologischen Rahmenbedingungen am defizitären Implantat ab.

Daher ist es ein weiteres Ziel des Seminars, den morphologisch basierten Algorhythmus weich- und hartgewebschirurgischer Eingriffe bzw. Korrekturen an defizitären Implantaten herzuleiten und differentialtherapeutische Empfehlungen zu geben. Im Ergebnis dieser Korrekturen werden physiologische Bedingungen des periimplantären Gewebes geschaffen, in deren Ergebnis die Inzidenz pathologischer Prozesse reduziert und somit die Langzeitstabilität des ästhetischen und funktionellen Ergebnisses verbessert wird.
Teilnahmegebühr EUR 190,00
Punkte 6
Ansprechpartner Margit Harms
Telefon: 0355-38148-25
mharms@lzkb.de
Termine Ort Status Aktion
21.06.2017 Cottbus Es gibt noch freie Plätze Anmelden